SCHÜTTGUTHANDHABUNGSANLAGEN UND -SYSTEME

FALLGESCHICHTEN

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Innovativer Ansatz zum Abwiegen und Chargenmischen direkt aus Big-Bags verbessert Effizienz und Arbeitssicherheit bei einem weltweit führenden Anbieter im Bereich Pflanzenschutz

CAMBRIDGE, GROSSBRITANNIEN — Mit den Begriffen Partnerschaft und Produktsupport beschreibt das in Cambridge ansässige Agrarunternehmen Novartis Crop Protection UK Ltd. das Prinzip hinter der Entwicklung eines automatisierten Wiege-/Chargenmischsystems in Zusammenarbeit mit Flexicon als Spezialist für Materialhandhabung.

Das System wurde entwickelt, um die Vor-Ort-Produktion einer Reihe von Novartis-Saatgutbehandlungschemikalien bei dem Großkunden PBI Cambridge Ltd. zu ermöglichen. Dieses Unternehmen ist der größte britische Pflanzenzüchter und hat sich zu einem kontinuierlichen Verbesserungsprogramm seiner Saatgutverarbeitungsanlagen verpflichtet, um den wirtschaftlichen, ökologischen und Qualitätsanforderungen des Marktes gerecht zu werden.

Diese Saatgutverarbeitungsanlage fährt eins der komplexesten Systeme in Europa. Jährlich werden hier rund 30 verschiedene Pflanzenarten verarbeitet, darunter mehr als 115 Sorten, die auf mehr als 2500 Hektar für Saatgut angebaut werden.

„Große Aufmerksamkeit auf die Details, insbesondere auf die Reinheits- und Hygienestandards, ist für unsere Prozesse von grundlegender Bedeutung", erklärt Mark Bullen, Geschäftsleiter der Saatgutbehandlung bei Novartis. „Da die Nahrungskette vom Erzeuger bis zum Verbraucher einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich ist, ist Novartis Crop Protection ständig bestrebt, die Hektarerträge zu verbessern, ohne die Umwelt zu belasten."

„Unser Ziel für die Zukunft ist es, den Kunden ein Höchstmaß an Flexibilität bei der Inhouse-Mischung von Saatgutbehandlungen nach Möglichkeit nach dem Prinzip Just-in-time zu bieten", fährt er fort. „Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Vereinfachung der Produktumstellung und die damit verbundene Verbesserung von Produktivität und Betriebshygiene."

Frühere Chargenmischverfahren für Saatgutbehandlungen erforderten ein aufwändiges manuelles Abfüllen von Chemikalien aus 9-kg-Fässern in die Mischbehälter. Dies hatte mehrere Nachteile, vor allem die versehentliche Verschüttung wertvoller Produkte und Ungenauigkeiten im Mischprozess durch menschliches Versagen.

Gefordert war eine kompakte, in sich geschlossene Chargenmischstation, die den EU-Arbeitsschutzrichtlinien entspricht, einschließlich Abschaffung ständig wiederholter manueller Handhabung chemischer Produkte und der potenziellen Gefahr von im Arbeitsbereich aufgewirbeltem Staub.

Die agile Reaktion auf die anspruchsvollen Spezifikationen führte dazu, dass Flexicon als Generalunternehmer für die Planung und den Bau eines benutzerfreundlichen Systems ausgewählt wurde, das außerdem mit sehr wenig Aufstellungsplatz auskommen musste.

„Das System hat sich aus verschiedenen Gründen als die richtige Wahl erwiesen", sagt Mark Bullen. „Die Big-Bag-Austrageeinheit mit ihrem integrierten flexiblen Schneckenförderer ist ein erstklassiges Gerät."

Das System ist sehr einfach und effizient in der Handhabung, da es unsere Chemikalien mit konstantem und kontrolliertem Durchfluss staubfrei direkt vom Big-Bag zum Mischbehälter überträgt und dosiert. Das vollautomatische System hat die Produktivität der gesamten Saatgutverarbeitung deutlich erhöht und es ermöglicht, die Mitarbeiter für andere, produktivere Aufgaben einzusetzen.

Die Anlage ist von September bis Februar voll ausgelastet, um die Nachfrage nach Frühjahrskulturen zu decken. Dank des neuen Mischsystems kann in nur einem oder zwei Chargenläufen ein Ganztagesbedarf an Saatgutbehandlung vorbereitet werden, eine Aufgabe, die bisher wegen der manuellen Abmess- und Mischmethoden zwei Mitarbeiter den ganzen Tag lang in Anspruch nahm.

Zum Wechseln von einer Saatgutbehandlungsrezeptur zur anderen kann die Drehung der Förderschnecke umgekehrt werden. Dadurch werden alle im Rohr befindlichen Reststoffe ausgetragen, was dazu beiträgt, die Rüstzeit zwischen den Produktchargen zu minimieren.

„Nach Prüfung mehrerer potenzieller Systemhersteller", sagt Mark Bullen, „wählten wir Flexicon aufgrund seiner Expertise im Umgang mit Schüttgut-Chemikalien und seiner Fähigkeit, die beste integrierte Lösung zusammen mit einer wettbewerbsfähigen Preisgestaltung anzubieten, als unseren bevorzugten Lieferanten aus. Unsere Beziehung zu Flexicon basiert auf Partnerschaft, Professionalität und einem gemeinsamen Ziel, den Kunden in einem immer anspruchsvolleren Markt einen zuverlässigen und effizienten Service zu bieten."

Ein mechanisch gesteuertes Fördersystem bot besondere Vorteile bei der Handhabung der granulierten Chemikalienmischungen. Die einteilige, rotierende Stahlschnecke ist das einzige bewegliche Produktkontaktteil. Sie hebt das Material mit einer kontinuierlichen Taumelbewegung sanft aus dem Austragstrichter der Big-Bag-Austrageeinheit und stellt sicher, dass nichts entmischt wird. Darüber hinaus bleibt die natürliche Feuchtigkeit im Produkt während des Transports erhalten, da keine Luft als Fördermedium verwendet wird.

Die gleichbleibend genaue Dosierung des Wasser-Chemikalien-Gemisches erfolgt unter Aufsicht einer „Synectic"-Chargenwiegesteuerung. Diese ist mit den WägeZell unter dem Mischbehälter verbunden, die die Informationen zur Gewichtszunahme übertragen. Während chemisches Material dem Wasser zugegeben wird, bewegt ein vertikal angetriebener Schaufelmischer die Charge kontinuierlich zu einer Aufschlämmung.

Chargen-Sollwerte werden über eine Steuerung vorprogrammiert. Eine große, 6-stellige LED-Anzeige zeigt die Gewichtsinformationen in Echtzeit an. Der Bediener kann außerdem historische Daten abrufen, um frühere Chargenmengen zu überprüfen. Das System „lernt“ schnell und justiert das vorgegebene Sollgewicht selbst. Dank seiner Annäherungssteuerung werden sehr präzise Gewichte erreicht. Dazu wird am Ende die Fördergeschwindigkeit automatisch auf Rieseln verlangsamt, bevor die Materialzufuhr zum Mischer unterbrochen wird.

Der im Auffangtrichter des Entleerers aufgewirbelte Staub wird kontinuierlich über eine DCE-Absauganlage entfernt und sicher in den Mischbehälter zurückgeführt. Fertige Chargen der Saatgutbehandlungsmischung werden direkt aus dem Mischbehälter in einen benachbarten LVR (Großbehälter) gepumpt. Ist dieser voll, wird er mit einem Gabelstapler zur nahegelegenen Saatgutbehandlungsanlage transportiert.

„Nach Prüfung verschiedener Alternativen konnte Flexicon uns das gewünschte System als bestes Gesamtpaket anbieten", so Mark Bullen abschließend. „Die Service-Unterstützung ist erstklassig und es bringt uns nichts als Vorteile, mit einem Lieferanten zusammenzuarbeiten, der unsere spezifischen Bedürfnisse versteht."

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Die staubfreie Übertragung von Novartis‘ Saatgutbehandlungschemikalien direkt aus Big-Bags in einen integrierten Wiege-/Chargenmischer ist ein wesentliches Merkmal dieses in sich geschlossenen bei PBI Cambridge installierten Systems


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